Bremerhaven ist eine autogerechte Stadt – dabei liegt der Radverkehrsanteil bei rund 15 Prozent. Sechs Autospuren sind keine Seltenheit, Radinfrastruktur sucht man oft vergebens. Um den Radfahrer:innen visuelle Präsenz zu verschaffen und Druck auf Entscheidungspersonen auszuüben, wurde eine crossmediale Guerilla-Kampagne gestartet. Allein die wild aufgehängten 1.200 Plakate sorgten in einer von Spießer:innen regierten Stadt für reichlich Gesprächsstoff.

Die Website

Dreh- und Angelpunkt

Von Anfang an war klar: Zentraler Punkt der Kampagne ist die Internetseite. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Zum einen informiert sich die Zielgruppe vorwiegend über das Internet. Zum anderen ist ein Informationsportal für die Interessen der Radfahrenden in Bremerhaven noch nicht vorhanden. Weiterhin bietet es sich bei einer Informations- und Aufmerksamkeitskampagne einfach an, ein Medium für weiterführende Informationen zu schaffen.

Die Inhalte sind vielfältig

Die Inhalte sind ebenso lebendig wie vielfältig! Informationen, Blicke über den Tellerrand – oder die Weser – hinaus und Beiträge zu aktu- ellen Themen. Es gibt eine Rubrik, in der Tipps und Tricks rund ums Rad angeboten und eine Seite, auf der Ratschläge gegeben werden, wie man sein Leben ohne Auto gestalten kann. Letzteres scheint ja für viele Menschen noch ein schier unlösbares Problem darzustellen. Damit es den Menschen aber besonders leicht gemacht wird, wirklich endlich das Auto loszuwerden, gibt es als besonderes Highlight noch einen Kündigungsgenerator.

Eine Fahrrad-Kampagne muss auf die Straße!

Die Guerilla-Out-of-home Kampagne

1200 Plakate. Drei Motive. Eine Botschaft.

Gedruckt wurden 1200 Plakate im Format DIN A2. Sie ergänzen sich, wenn sie in größeren Mengen aufgehängt werden, perfekt und haben durch die Signalfarbe Rot sowie den Farbwechsel eine hohe visuelle Durchschlags- kraft. Sie sind wahre Hingucker an viel befahrenen Stra- ßen und heben sich von den sonst üblichen langweiligen bis handwerklich katastrophalen Plakatmotiven der wei- terhin werbenden Konkurrenz ab. Die Plakate wirken aber auch alleinstehend hervorragend und springen ins Auge. Die Gestaltung der Plakate hebt sich bewusst von der der digitalen Motive ab. Details dazu gibt es unter ci.autofahr-ende.de.

Breit streuen mit 2000 Stickern.

Um die Kampagne auch durch Dritte möglichst breit streuen zu lassen, eignen sich Sticker sehr gut. Die Sticker tragen die gleichen Botschaften und Motive in die Welt hinaus, sind kostengünstig und lassen sich hervorragend im Vorbeigehen irgendwo aufkleben. Auf Straßenlaternen, an Ampeln oder auf den Front- und Heckscheiben von Dienstwagen der Lieblingspolitiker*innen. Die den Plakaten sehr ähnliche Gestaltung sorgt für eine gute Wiedererkennbarkeit.
Zwar sind die Sticker aus Nachhaltigkeitsgründen aus Papier, sie sind dennoch erfahrungsgemäß mindestens genauso haltbar, wie die aus Kunststofffolie.

Fake-Knöllchen zur Information für Autofahrende.

Eine weitere Möglichkeit, der Kampagne kostengünstig zu einer größeren Reichweite zu verhelfen, sind die Fake-Knöllchen. Gestalterisch sind die Papierstreifen an ein typisches, bei Automobilist*innen verhasstes, Schreiben des örtlichen Ordnungsamts angelehnnt, das üblicher- weise Falschparker*innen bekommen. Und eben weil diese Zettelchen meist nichts gutes bedeuten, werden sie wohl aufmerksam gelesen.
Auf den Knöllchen wird freundlich auf die Gefahren der Dooring-Zone und die Folgen rücksichtslosen Parkens hingewiesen. Am Ende des Schreibens folgt ein Verweis auf die Internetseite für weiterführende Informationen. Illegal ist das ganze im Übrigen nicht. Nach Rückspra- che mit einem Verkehrsanwalt gibt es dahingehend noch keine Urteile und auch keine gesetzliche Grundlage, die diese Aktion verbieten oder in die Illegalität treiben würde.